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Die Geographie von Costa Rica
Mit 51.100 km² ist Costa Rica nach El Salvador der kleinste der Staaten, die sich wie Perlen
an einer Kette den zentralamerikanischen Isthmus entlangziehen. Unmittelbare Nachbarn sind Nicaragua im
Norden und Panama im Süden. Im Osten bildet der Atlantische Ozean eine natürliche Grenze; im
Westen ist es der Pazifische Ozean, dessen Küste stark gegliedert ist und zwei größere
Halbinseln - die Península de Nicoya und die Península de Osa - einschließt. Die Pazifische
Küste ist mit ca. 1200 km wesentlich länger, bietet mehr natürliche Häfen und hat
daher in der Geschichte und Entwicklung Costa Ricas eine wichtigere Rolle gespielt. So finden wir eine
auf den ersten Blick einfache Gliederung in drei Naturräume, die von Nordosten nach Südwesten
verlaufen: eine weite Schwemmland-Ebene auf der atlantischen Seite, ein hügeliges Küstenvorland
auf der pazifischen Seite und dazwischen eine Kordillerenkette vulkanischen Ursprungs. Letztere
wird im allgemeinen in vier Teile geteilt: die Cordillera de Guanacaste im Norden, die sich daran
anschließende Cordillera de Tilarán, die Cordillera de Talamanca ganz im Süden
und davor der wichtigste Siedlungsraum, die Cordillera Central, die sich zu einer hügeldurchsetzten
Hochebene, der Meseta Central (Valle Central) ausweitet. Vulkanismus ist das bestimmende geomorphe Merkmal
des Landes. Es gibt etwa 100, zum Teil aber schon sehr abgetragene und veränderte Vulkane; 10 von
ihnen sind durch ihre Form und ihre Aktivität auch heute als Vulkane zu erkennen. Erdgeschichtlich
gesehen ist Costa Rica wie die ganze zentralamerikanische Landbrücke ein junges Land: Auf
der Bruchkante zwischen der Cocos-Platte und der Karibischen Platte gelegen, formte sich hier erst vor
etwa 100 Mio. Jahren eine Kette von Inseln, die sich allmählich durch gewaltsame Anhebungen der Meeresböden,
durch Abtragung der Vulkanhänge und die Anschwemmungen der Flüsse untereinander verbanden. Die
Veränderungen halten bis heute an. Fast täglich gibt es leichtere, meist nur auf Intrumenten
registrierte Erderschütterungen; die Geschichte der letzten 300 Jahre verzeichnete aber auch 15 größere
Beben, die Menschenleben forderten und beträchtliche Sachschäden anrichteten. Das letzte Beben
von 1991, dessen Epizentrum überraschenderweise in der sonst ruhigen Talamanca-Region lag, zerstörte
nicht nur die Straßen und Brücken der Atlantik-Region, sondern veränderte die Küstenlinie
zum Teil beträchtlich. Vulkanische Aktivitäten, die man an verschiedenen Stellen beobachten
kann, bieten eine gewisse, besser kontrollierbare Ventilfunktion für die gewaltigen Spannungen in
den tieferen Schichten, doch kommt es auch hier zu Überraschungen wie dem plötzlichen Ausbruch
des als erloschen angesehenen Arenal im Jahre 1968.
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