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Costa Rica baut das System der Nationalparks seit 1970 mehr und mehr aus und verhindert somit die Zerstörung der Urwaldgebiete. Zur Zeit stehen 12 Prozent von Costa Rica als Nationalparks unter Naturschutz und weitere 16 Prozent bestehen aus geschützten Indianer Reservaten, biologischen Reservaten sowie aus geschützten Zufluchtgebieten für wildlebende Tiere. Das bedeutet, daß mehr als ein Viertel von ganz Costa Rica unter Naturschutz steht.
In den angrenzenden Ländern sind schon viele Tierarten ausgestorben, noch gedeihen sie hier. In den Parks sind die komplexen Ökosysteme schützend eingehüllt in eine Reihe von Feuchtwald, Sumpflandschaft, Steppe, Regenwald, Korallenriffen und enthalten außergewöhnliche biologische Mannigfaltigkeit. In den meisten Parks ist es möglich mehrere verschiedene Bewohner während einer Tagestour zu sehen. Internationale Anstrengungen sind im Gange, Costa Rica's Vermögen an Natur zu erfassen und zu katalogisieren, nach der letzten Zählung müßten in diesem kleinen Land über 237 Säugetierarten (einschließlich sechs Arten von Katzen: Jaguar, Ozelot, Margay, Puma, Jaguar- und Tigerähnlichen Katzen), 857 Vogelarten, 35.000 Insektenarten und über 10.000 Arten höherer Pflanzen, einschließlich 1.200 Orchideen existieren.
Das die meisten der Nationalparks für Touristen und den Ökotourismus einfach zugänglich sind, ist ein wichtiger Faktor für die notwendige Fortführung der Schutzmaßnahmen Kapitalgeber zu finden. Über 290.000 Menschen besuchten in 1994 die Parks.
Der Park erstreckt sich nördlich von Heredia und ist einer der größten, landschaftlich dramatischsten, aber auch unzugänglichsten Nationalparks von Costa Rica, von dem man eine vage Vorstellung bekommt, wenn man zur Atlantikküste Richtung Limòn fährt. Der Nationalpark wurde 1978 als Kompromiß geschaffen, um die neue Straße nach Puerto Limòn, die durch die steil ansteigenden und unbesiedelten Bergkämme nördlich von San José führt, gegenüber den Umweltschützern zu rechtfertigen. Das 44.099 ha große Nebelwaldgebiet bietet nicht nur 350 Vogelarten (darunter auch eine nennenswerte Quetzalkolonie), sondern auch größeren Tieren u.a. Raubkatzen eine Heimat. Einer der Eingänge liegt an der Straße, die zum Vulkan Barva führt, doch die wichtigste Eingangsstation befindet sich an der Straße nach Guapiles (Atlantikstraße). Sehr empfehlenswert ist die Fahrt mit der drei Kilometer langen Dschungelseilbahn in 35 bis 50 Meter Höhe ( in zwei Ebenen) über den Gipfeln der Urwaldriesen. In dieser Höhe hat man eine herrliche Aussicht und man erlebt hautnah das Leben vieler Tierarten, deren Zuhause die Baumkronen sind. Danach schließt sich von einem Führer geleitete Wanderung durch den Dschungel an. Auch hierbei enddeckt man allerlei Getier und bekommt einen kleinen Überblick über die Artenvielfalt der Fauna und Flora.
Der Irazú gehört zu den weniger harmlosen Vulkanen des Landes; der stärkste Ausbruch in neuerer Zeit fand im Jahre 1963 statt. Damals schleuderte der Irazú solche Massen schwarzer Asche über die Region, daß Hausdächer und Bäume unter ihrer Last brachen und die Autofahrer auch tagsüber mit Licht fahren mußten. Da am gleichen Tag ein vielbeachteter Besuch John F. Kennedys begann, ist der Name dieses US-Präsidenten unzertrennlich mit dem Ereignis verbunden. Der Irazú erreicht eine respektable Höhe von 3432 m. Eine Autostraße - sie führt fast bis zum Krater (32 km von Cartago) - windet sich in Serpentinen die glatten und regelmäßigen Flanken des Vulkans hinauf und bietet immer wieder phantastische Ausblicke auf die tief unten liegenden DörfernundDTäl r. acheetwN ei em arittel des Weges erreicht man einen Mirador, der vom Touristenbüro (ICT) ausgebaut wurde. Nach zwei Drittel des Weges erreicht man ein kurioses Hotel, Gestionaria Irazú (einst Hotel Robert); das alte Holzhaus steht unter Denkmalschutz. Wenn man bereits abends hier angkommt, hat man gute Chancen, am nächsten Morgen die Krater vor den Wolken zu erreichen, doch soll man zweierlei bedenken: Nachts ist es in dieser Höhe bitterkalt (oft unter Null), und die zwei verabreichten Decken tragen nur mäßig dazu bei, die durch alle Ritzen kriechende Kälte zu überstehen. Zweitens öffnet der Nationalpark, der die Irazú-Krater umfaßt, erst um 8 Uhr. Nebel bzw. Wolken sind das größte Problem bei diesem Ausflug, denn die Nordseite des Vulkans ist dem Atlantik zugewandt, und schon in den frühen Vormittagsstunden ziehen Wolken heran und verhüllen die grandiose Aussicht des Miradors, die an klaren Tagen über das ganze Valle Central bis zu beiden Meeren reicht. Der Gipfel selbst präsentiert sich als eine Art Mondlandschaft aus Asche und Steinen. Von den Kratern ist vor allem der zweite beeindruckend; er hat sich mit giftgrünem Sickerwasser gefüllt. An den steilen Rändern (Vorsicht, die Asche kann rutschig sein !) halten sich nur wenige besonders resistente Pflanzen. Das Areal des Parkes bietet noch einen weiteren Aussichtspunkt. Einige Schritte vor dem Parkeingang zweigt ein Weg ab, der nach wenigen Metern einen schönen Blick auf den benachbarten Volcán Turrialba bietet. Diesen Vulkan, der wahrscheinlich von dem gleichen Lavastrom gespeit wird, aber heute ganz friedfertig ist, kann man nur über eine schlechte Erdstraße von Cot (an der Strecke zum Irazú) erreichen. Der Krater ist nur nach einem beträchtlichen Fußmarsch zu erreichen.
Der Poás ist einer der populärsten Vulkane Costa Ricas; zum einen, weil er noch Aktivitäten zeigt, zum anderen, weil er auf asphaltierter Straße bequem zu erreichen ist. Der Vulkan liegt auf der Wasserscheide zum karibischen Tiefland und kann sehr wolkenverhangen sein. Wählt man die Morgenstunden für diesen Ausflug, ist die Sicht meist gut und überaus beeindruckend. Der im Durchmesser 1,5 km breite Krater fällt steil zu einem heißen, giftig aussehenden See mit einem 40 m hohen Schlackenhügel ab, aus dem beständig Fumarolen aufsteigen. Die ganze Gegend riecht nach Schwefel, und in unregelmäßigen Abständen steigen Fontänen heißen Wassers auf. Seit einem kleinen Ausbruch im Jahr 1989 hat die vulkanische Aktivität zugenommen. Verschiedene Fußwege erschließen die Umgebung, die zu dem 5.600 ha großen Parque Nacional Volcán Poás gehört. Bewegt man sich auf der Höhe des Kraters (2.300 m), erlebt man einen der zahlreichen Nebelwälder Costa Ricas mit spezifischer Flora (Moose, Flechten, Epiphyten) und Fauna (79 Vogelarten, darunter auch der Quetzal sowie eine Tukanart). Einer der Wege führt zu einem kleineren Krater, dem Botos-See. Er enthält kaltes gesammeltes Regenwasser, das den Río Angel, einen Nebenfluß des Sarapiqui speist.
Die Hauptattraktion der Region Guayabó, die einzige bekannte Ruinenstätte indianischer Herkunft. Sie ist zum Nationaldenkmal ernannt worden und unterliegt den gleichen Zugangsregeln wie die Nationalparks. In der Tat ist das Eindrucksvollste der Ruinenstätte ihre enge Verbindung mit einer wuchernden tropischen Natur. Zetrum der präkolumbischen Siedlung war eine breite gepflasterte Zeremonial-Straße, die genau auf die Spitze des Vulkans asugerichtet war. Diese Grundstruktur ist nicht ohne weiteres zu erkennen, da man den Park von der Seite her betritt und die große Straße nicht in allen ihrenTeilen zugänglich und ausgegraben ist. der ausgeschilderte Weg verläuft vor allem südwestlich der Hauptachse und berührt einige charakteristische Kunst- und Bauwerke; man sollte aber nicht vergessen, daß noch etwa 90% der einstigen Siedlung unter dem Regenwald ruhen. Bezeichnend sind die aus glatten Flußsteinen errichteten Hügel (montículos), auf denen wahrscheinlich Bauwerke aus vergänglicherem Material standen. An verschiedenen Stellen kommt man zu Steingravuren, Opfersteinen, Tongeschirr und anderen Artefakten, die oft eine religiöse Bedeutung hatten. Hervorzuheben ist ein auf den Berghang ausgerichteter Aquädukt, der in einem Wassertank mündet. Dies zeigt, daß die Bauten zur Beherbergung vieler Menschen dienten; es ist aber, wie so vieles andere, nicht klar, ob diese in Guayabò selbst lebten ode nur zu bestimmten Festen dort zusammenkamen. In jedem Fall gab es hier eine bedeutende Zivilisation, die aus dem umgebenden Land agrarische Überschüsse erwirtschaftete und einen Teil davon für die Pflege eines großen Zeremoialzentrums verwenden konnte. Ihr Verschwinden UM 1400 ist rätselhaft. Man erklärt es mit Naturkatastrophen, aber es gibt auch neuere Untersuchungen, die darauf verweisen, daß in dem gegenüberliegenden Talamanca-Gebiet ähnlich große, wenn auch nicht so dauerhafte Siedlungen bestanden haben und daß Guayabó durch einen Krieg mit rivalisierenden Stadtstaaten vernichtet wurde.
Der Juan Castro Blanco Nationalpark (24.000 ha) liegt im nördlichen Tiefland, östlich der
Stadt Quesada. Er bedeckt den Regenwald rund um den Vulkan Platanar, einer der kleineren Vulkane der sich
durch das ganze Land ziehenden Vulkan-Kette. Durch den heftigen Regen gibt es üpige unterschiedliche
Vegetation sowie viele Quellen und Flüsse. In diesen Wäldern lebt die seltene Attraktion des
Landes, der schöne glänzende Quetzal. Der Park liegt ca. 120 km von San José entfernt.
Unterkunft bekommt man in der Stadt Quesada.
Das biologische Reservat Carara (4.700 ha) liegt zwischen trockenem Wald und einem Gebiet mit unzähligen Flüssen; der größte in dem Gebiet ist der Fluß Tárcoles. Während der Regenzeit, führt der Tárcoles Hochwasser und es entstehen große Lagunen, in denen sich in kurzer Zeit Wasserhyazithen ausbreiten. Am Flußufer sieht man Krokodile und Kaimane in Gesellschaft fischender Wasservögel liegen. Kapuziner-Affen, Spinnen- Affen und die seltenen zwei-Zehen Faultiere. All das, sowie viele verschiedene Pflanzenarten kann man hier entlang des Tárcoles finden. Carara ist eines der wenigen Gebiete, in denen es noch viele Nester des Rotbrust-Aras (Macao) gibt. Am späten Nachmittag kann man hier überall die großen Papageien fliegen sehen und ihr Geschrei hören.
Der Manuel Antonio Nationalpark (683 ha) ist Costa Rica's bekanntester und meistbesuchter Nationalpark Es ist ein schmales Waldgebiet mit starker Population von Totenkopf-Äffchen, Waschbären, großen Leguanen sowie drei außergewöhnlich schönen Stränden. Es ist auch eines der wenigen Gebiete in denen man noch die Brüll-Affen findet. Die Wege führen durch niederen und hohen Wald, der aus Zedern, Balsa und Mangroven besteht. Die Strände sind gesäumt mit Kokospalmen, man fühlt sich wie in einem tropischen Paradies. Der wohl schönste der drei Strände ist Playa Manuel Antonio.
Der Ballena National Marinepark schützt ein Korallenriff und vielen Teilen von natürlichen
Reichtümern des klaren Wassers in dem südlichen Gebiet am Pazifik. Es gibt verschiedene Delphinarten
und auch Buckelwale zu sehen. Die Insel Ballena beherbergt viele Seevogelarten, einschließlich den
großen Fregattvogel; braune Pelikane und weiße Ibize leben in den Mangroven. Nach Uvita und
Dominical werden Bootsfahrten angeboten. Die Entfernung von San José beträgt via Quepos 228
km und via Isidro 190 km.
Das Golfito Tierschutzgebiet (1.309 ha) liegt nördlich der Stadt Golfito und ist ein Gebiet, in
dem sich neben Vögeln und Affen verschiedene Kleinsäuger erhalten haben. Zudem bieten die bis
zu 500 m steil ansteigenden Berge einmalige Ausblicke auf den Golfo Dulce, den süßen Golf
. Die Entfernung nach San José beträgt 340 km.
Der Corcovado Nationalpark (54.500 ha) Iiegt in der Nähe der Hafenstadt Puerto Jiménez Zugang bieten 5 Rangerstationen, die aufgrund der Abgelegenheit des Parkes viele Service-Leistungen bieten: Zeltmöglichkeiten, Verpflegung, Hubschrauberdienste für Notfälle und vor allem Auskünfte (Wichtig: häufig ist die eine oder andere Station geschlossen!). Es gibt mehrere Wanderrouten, die aber alle über viele Stunden durch menschenleere Natur führen. Hier gibt es 400 Vogelarten: Kolibris, Tukane sowie die hellroten Aras. Interessant ist auch die Möglichkeit Hammer-Haie in den Flußmündungen zu sehen.